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22. Februar 2019

Teamwork rund um Krebs-Immuntherapien

Die Behandlung von Tumorpatienten mit modernen Immuntherapien stand im Zentrum eines gemeinsamen Forschungsprojektes von Kantonsspital Baselland (KSBL) und Universitätsspital Basel (USB), das jetzt mit dem Pfizer-Forschungspreis ausgezeichnet wurde.

Dieser Tage durfte ein interdisziplinäres Team von KSBL und USB den diesjährigen Pfizer-Forschungspreis im Fachbereich Onkologie entgegennehmen. Co-Preisträgerin PD Dr. med. Kirsten D. Mertz, Leitende Ärztin Pathologie am KSBL, freut sich über die Auszeichnung: „Der Preis ging neben mir auch an Dr. Daniela Thommen und Dr. Viktor Kölzer. Das freut mit ganz besonders, denn mit den beiden Ärzten wurde exzellenter wissenschaftlicher Nachwuchs ausgezeichnet. Es liegt mir am Herzen, unseren jungen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen hier in der Schweiz einen neuen Zugang zu ihrer klinischen Arbeit zu bieten und sie in ein interdisziplinäres medizinisches Netzwerk hineinwachsen zu lassen.“ Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen medizinischen Disziplinen und Institutionen sei ein Modell für künftige Kollaborationen in der Nordwestschweiz, um den Standort im nationalen und internationalen Wettbewerb zu stärken, sagt Kirsten Mertz.

Untergruppen von Immunzellen

In der preisgekrönten Arbeit befassten sich die drei Forscherinnen und Forscher mit Immuntherapien, also jenen neuartigen Behandlungen, die seit einigen Jahren erfolgreich gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt werden. Bei diesen Therapien werden Immunzellen (T-Zellen) gegen die Tumoren aktiviert, allerdings nicht alle T-Zell-Typen in gleichem Masse. „Das Ziel unseres Forschungsprojektes war es zu untersuchen, ob die Zusammensetzung der T-Zell-Populationen innerhalb des Tumors erlaubt, das Ansprechen eines Patienten auf eine Immuntherapie vorherzusagen“, erläutert Kirsten Mertz. Bei der Untersuchung von menschlichen Lungentumoren konnte das Wissenschaftlerteam bestimmte T-Zell-Populationen (PD-1T T-Zellen) identifizieren, bei deren Anwesenheit die Krebs-Immuntherapie von besonderer Wirksamkeit ist. Für ihre Analysen stützten sich die Forscherinnen und Forscher auf computergestützte Bildanalysen, eine neuartige Methodik, die auch in künftigen Untersuchungen wertvolle Dienste leisten dürfte.

Diagnostischer Test in Arbeit

Das Forschungsprojekt hat den Grundstein für die Entwicklung eines diagnostischen Tests gelegt, mit dem sich individuell feststellen lässt, ob der Einsatz einer Immuntherapie bei Patientinnen und Patienten mit Krebstumoren erfolgversprechend ist. Die bisherigen Erkenntnisse sind in ein Patent eingeflossen, auf dessen Grundlage der Test zur Zeit in Kooperation mit einem Pharmaunternehmen entwickelt und validiert wird. „Pilotstudien lassen vermuten, dass sich die digital unterstützte quantitative Auswertung von PD-1T T-Zellen in absehbarer Zukunft als prädiktive diagnostische Methode bei verschiedenen Tumorarten etablieren könnte“, blickt Kirsten Mertz in die Zukunft.

Ein Forscherteam von Kantonsspital Baselland und Universitätsspital Basel erhält den #Pfizer-Forschungspreis im Fachbereich #Onkologie. @UniSpitalBasel http://bit.ly/2E7UNR0 #iph
PD Dr. med. Kirsten D. Mertz, Leitende Ärztin Pathologie am Kantonsspital Baselland
PD Dr. med. Kirsten D. Mertz, Leitende Ärztin Pathologie am Kantonsspital Baselland, hat mit Kolleginnen und Kollegen erforscht, wie sich die Wirksamkeit moderner Krebstherapien weiter verbessern lässt.

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