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18. März 2019

Rahmen-bedingungen als wichtiges Standortkriterium

Die Schweiz ist im Bereich Pharma ein führender Forschungs- und Produktionsstandort. Starke Rahmenbedingungen sind dafür zentral. Welche das sind, erläutert Ludo Ooms, Global Integration Leader, Actelion/ Vorsitzender des Innovation Hub Committee,iph

Herr Ooms, Sie sind der Vorsitzende des Innovation Hub Committee (IHC) von Interpharma. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich in diesem Gremium?

Das Innovation Hub Committee kümmert sich um die Themenfelder Forschungs- und Innovationsstandort sowie Pharma- und Produktionsstandort Schweiz. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeiten liegt zurzeit auf der Entwicklung der Pharma-Strategie 2030, denn die Schweiz soll auch in Zukunft ein führender Pharmastandort bleiben. Deswegen sind günstige Rahmenbedingung für uns von zentraler Bedeutung.

Von welchen Rahmenbedingungen sprechen Sie?

Einerseits müssen vermehrt Anreize für Innovation geschaffen werden, damit in der Schweiz auch weiterhin in Forschung und Entwicklung investiert wird. Die zurzeit vorhandenen Verzögerungen bei der Erstattung von neuen Arzneimitteln gefährdet nicht nur den Zugang von Patientinnen und Patienten zu neuen und innovativen Therapien, sondern haben langfristig auch Auswirkungen auf den Forschungsstandort Schweiz. Zudem fügen auch politische Vorstösse wie beispielsweise die «Tierversuchsverbots-Initiative» dem Forschungsplatz Schweiz einen massiven Schaden zu. Andererseits müssen zusätzlich auch die Rahmenbedingungen für den Produktionsstandort Schweiz gestärkt werden. Neben der Unternehmenssteuerreform spielen diesbezüglich insbesondere die bilateralen Verträge eine wichtige Rolle. Die Sicherung des bilateralen Wegs mit der EU ist für die hiesige Pharmaindustrie zentral. Aus diesen Gründen erachtet Interpharma das institutionelle Abkommen als notwendig und unterstützt den Bundesrat in seinem Bestreben.

Weshalb sind die bilateralen Verträge für die Pharmaindustrie so wichtig?

Mit Ausfuhren von fast 90 Milliarden Franken im Jahr 2018 – davon gehen beinahe die Hälfte in die EU – exportiert die forschende Pharmaindustrie über 20-mal so viel, wie sie in der Schweiz Umsatz erzielt. Die Pharmabranche ist deshalb auf den freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt angewiesen. Das Personenfreizügigkeitsabkommen garantiert zudem einen einfachen Zugang zu Fachkräften aus der EU, die in der Schweiz fehlen. Gerade für die pharmazeutische Industrie, die auf hochqualifizierte und spezialisierte Fachkräfte angewiesen ist, spielt die unbürokratische Rekrutierung eine wichtige Rolle.  Eine weitere zentrale Errungenschaft der bilateralen Verträge ist der Zugang zu den europäischen Forschungsrahmenprogrammen. Davon profitiert nicht nur die Pharmaindustrie, sondern der gesamte Forschungsplatz Schweiz.

Ludo Ooms ist Global Integration Leader bei Actelion und ist Vorsitzender des Innovation Hub Committee von Interpharma.

Die #Pharmaindustrie ist auf günstige #Rahmenbedingungen angewiesen, damit in der Schweiz geforscht und produziert werden kann. Welche besonders wichtig sind, erzählt Ludo Ooms, Global Integration Leader bei Actelion, im Kurzinterview. http://bit.ly/2TSmfvP #iph
Ludo Ooms, Global Integration Leader Actelion und Vorsitzender des Innovation Hub Committee, Interpharma.
Ludo Ooms ist Global Integration Leader bei Actelion und Vorsitzender des Innovation Hub Committee von Interpharma.

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