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22. März 2019

Wenn der Krebs geheilt ist

Bei der Behandlung krebskranker Kinder/Jugendlicher hat die Medizin in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte erzielt. Ein EU-Projekt mit Beteiligung von Forschern der Universität Luzern befasst sich mit der Nachsorge für die "Krebsüberlebenden"

'Cancer Survivors' oder auf Deutsch 'Krebsüberlebende' – so werden Personen bezeichnet, die eine Tumorerkrankung überstanden haben. Dank Erfolgen der modernen Krebsmedizin gibt es immer mehr 'Cancer Survivors'. Unter ihnen sind zahlreiche Personen, die in ihrer Kindheit von einer Krebserkrankung betroffen waren. In diesem Personenkreis ist der Kampf gegen Krebs besonders beeindruckend: Über 80% der Kinder und Jugendlichen mit einem Krebsleiden können heute geheilt werden. Allerdings bleibt für einen Teil von ihnen die Krankheit trotz Heilung weiterhin präsent, weil sie an Spätfolgen leiden, wie Prof. Dr. Gisela Michel, Professorin für 'Health and Social Behaviour' an der Universität Luzern, ausführt: „Zu den wichtigsten Spätfolgen gehören Zweittumoren, Herzprobleme, aber auch Störungen im Hormonhaushalt und psychische Belastungen.“

Spätfolgen mildern

Gisela Michel und ihr Kollege Stefan Boes, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Luzern, widmen sich nun als Teil des EU-Projekts 'PanCareFollowUp' den Spätfolgen von Personen, die in ihrer Kindheit an Krebs erkrankt waren. Die Nachsorge der Krebsüberlebenden soll verbessert werden, damit Spätfolgen möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Das soll der Lebensqualität der ehemaligen Patienten und Patientinnen zugute kommen. An dem Projekt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 14 Instituten aus zehn Ländern beteiligt. Gisela Michel untersucht dabei die persönlichen Erfahrungen und medizinischen Beschwerden der ehemaligen Patientinnen und Patienten. Im Rahmen des auf fünf Jahre angelegten Projekts sollen unter anderem Daten zur psychischen Belastung, zur Lebensqualität und zu körperlichen Beeinträchtigungen wie chronischer Müdigkeit erhoben werden.

Survivorship-Pass

Das internationale Forschungsvorhaben bezieht sich auf Personen, die als Kinder in vier Kliniken in Belgien, Italien, Schweden und in der Tschechischen Republik wegen Krebs behandelt wurden. Teil des Projekts ist die Realisierung eines Survivorship-Passes, kurz SurPass. Damit ist ein Dokument gemeint, das detaillierte Informationen zu Diagnose, Therapie und zum Risiko für mögliche Spätfolgen enthält. „Der SurPass, an dem wir aktuell arbeiten, ist speziell für ehemalige Kinderkrebspatienten gedacht. Es gibt weitere Projekte, die einen solchen Survivor-Pass für Personen entwickeln wollen, die im Erwachsenenalter in Krebsbehandlung waren“, sagt Gesundheitsforscherin Michel.

Ein Luzerner Forscherteam will die #Lebensqualität von jungen #CancerSurvivors verbessern. http://bit.ly/2FtF0Ob #iph
PanCareFollowUp - Forscherteam
Fotolegende: Ein dreiköpfiges Team der Universität Luzern widmet sich im Rahmen des EU-Forschungsprojekts 'PanCareFollowUp' der Nachsorge von Personen, die im Kindes- und Jugendalter wegen Krebs behandelt wurden (v.l.n.r.): Dr. Katharina Roser, Prof. Gisela Michel und Prof. Stefan Boes.

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