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16. April 2019

Geringe Preisdifferenz bei patentgeschützten Medikamenten

Auslandpreisvergleich Medikamente: Geringe Preisdifferenz bei patentgeschützten Medikamenten, jedoch weiterhin grosser Preisunterschied bei Generika.

Das Preisniveau der patentgeschützten Medikamente ist mit einem vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) angewandten Wechselkurs CHF/EUR 1.11 in den neun europäischen Vergleichsländern 7% tiefer als in der Schweiz. Patentabgelaufene Originalpräparate waren im Februar 2019 in den europäischen Vergleichsländern im Durchschnitt 14% günstiger als in der Schweiz. Generika sind in der Schweiz im Durchschnitt immer noch doppelt so teuer wie in den Vergleichsländern. Dies ergibt der zehnte gemeinsame Auslandpreisvergleich von santésuisse und Interpharma, der die Fabrikabgabepreise von Medikamenten mit dem europäischen Ausland vergleicht.

Die rund 250 umsatzstärksten, patentgeschützten Originalpräparate der Spezialitätenliste waren gemäss dem heute in Bern vorgestellten Auslandpreisvergleich bei einem vom BAG bei der Überprüfung angewendeten Wechselkurs von CHF/EUR 1.11 im vergleichbaren Ausland im Durchschnitt 7% günstiger als in der Schweiz. Mit einem aktuellen durchschnittlichen SNB-Wechselkurs von 1.15 lag der Preisunterschied noch bei 5%. Beim letzten Preisvergleich im Mai 2018 waren die patentgeschützten Medikamente bei einem Wechselkurs von 1.09 CHF/EUR noch 9% teurer gewesen als im Durchschnitt der Vergleichsländer. Die Preisdifferenzen zum Ausland haben im Vergleich zum Vorjahr weiter abgenommen. Die beiden wichtigsten Gründe dafür sind die Wechselkursentwicklung und die regelmässigen Preisüberprüfungsrunden durch das Bundesamt für Gesundheit BAG.

René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma, sagt dazu: «Aufgrund der regelmässigen Preisüberprüfungen gibt es bei den patentgeschützten Medikamenten keine grosse Preisdifferenz mehr. Die Pharmaindustrie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Dämpfung der Gesundheitskosten. So wurden bei den regulären Preissenkungen 2017/2018 rund 325 Millionen Franken eingespart. Dies ist bereits heute deutlich mehr als die vom Bundesamt für Gesundheit erwarteten 180 Millionen für die Jahre 2017 bis 2019. Zusätzlich fielen durch weitere Preissenkungen nochmals Einsparungen in der Höhe von 105 Millionen Franken an.»

Der Vergleich bei den patentabgelaufenen Originalpräparaten und den Generika basiert auf den rund 250 umsatzstärksten patentabgelaufenen Wirkstoffen. Die Preise der patentabgelaufenen Originalprodukte waren im Durchschnitt der Vergleichsländer rund 14% günstiger als in der Schweiz. Bei den Generika beträgt die Preisdifferenz 48%. Generika sind in der Schweiz damit nach wie vor doppelt so teuer als im Durchschnitt der Vergleichsländer. Verena Nold, Direktorin von santésuisse, sagt dazu: «Auch bei den patentgeschützten Medikamenten ist der Preisunterschied mit 7% immer noch spürbar und hier sind weitere Einsparungen nötig. Bei Generika liesse sich noch viel mehr sparen. Weil der Generika-Anteil mit 23% tief ist und die Preise im Vergleich zum Ausland doppelt so hoch sind, könnten wir mehrere hundert Millionen Franken sparen – ohne Qualitätsverlust. Deshalb möchte santésuisse unbedingt das Referenzpreissystem einführen.»

Bereits zum zehnten Mal haben der Krankenversicherungsverband santésuisse und Interpharma, der Branchenverband der forschenden Pharmaindustrie, gemeinsam einen Auslandpreisvergleich von Medikamenten durchgeführt. Dabei wurden die Fabrikabgabepreise in der Schweiz mit denjenigen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden, Österreich und Schweden für patentgeschützte und patentabgelaufene Medikamente sowie Generika verglichen. Bei den patentgeschützten Präparaten wurden die Preise vom April 2019 verglichen, bei den patentabgelaufenen Originalprodukten und den Generika die Preise vom Februar 2019.

Heute präsentieren der Krankenversicherungsverband @santesuisse und Interpharma, der Branchenverband der forschenden Pharmaindustrie, den zehnten gemeinsamen #Auslandpreisvergleich von #Medikamenten. http://bit.ly/2KHRlDb #iph
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