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21. Juni 2019

Unterdurchschnittliches Medikamenten-kostenwachstum

Die Konjunkturforschungsstelle KOF prognostiziert ein Gesundheitskostenwachstum von 3.7% für 2019. Dies ist ein stärkeres Wachstum als noch in den Vorjahren. Die Ausgaben für Gesundheitsgüter und somit für Medikamente steigen unterdurchschnittlich.

Diese Woche hat die Konjunkturforschungsstelle KOF ihre jährliche Prognose zum Wachstum der Gesundheitsausgaben bekanntgegeben. Die KOF rechnet 2019 mit einer Zunahme der gesamten Gesundheitsausgaben gegenüber dem Vorjahr um 3.7%. Das ist im Vergleich zu 2018 (2.8%) und 2017 (2.6%) eine deutlich stärkere Zunahme. Gründe dafür sieht die KOF unter anderem in der Lohn- und Bevölkerungsentwicklung. Das Gesundheitswesen ist ein personalintensiver Sektor, bei dem sich Lohnansteige direkt in den Gesundheitsausgaben widerspiegelt. Zudem wird die Bevölkerung immer älter. Für 2020 rechnet das KOF mit einem Anstieg der Gesundheitsausgaben von 3.6%. In Relation mit dem BIP werden die Gesundheitsausgaben bis dahin auf 12.6% ansteigen.

Medikamente wachsen unterdurchschnittlich

Betrachtet man die neusten, provisorischen Daten des Bundesamts für Statistik ergibt sich für die Medikamentenausgaben für die Jahre 2010 bis 2017 eine jährliche durchschnittliche Wachstumsrate von 3.4%. Dies ist unter der Wachstumsrate der ambulanten Kurativbehandlungen (3.6%), der Rehabilitation (4.1%) und der unterstützenden Dienstleistungen (9.3%). Wird die Prognose des KOF beigezogen, wird deutlich, dass die Ausgaben für unterstützende Dienstleistungen zukünftig weiterhin steigen werden. Ebenfalls ist in der Prognose der KOF die anhaltende Verschiebung von stationär hin zu ambulant erkennbar. Im Gegensatz dazu werden die Ausgaben für Gesundheitsgüter – und dazu gehören die Medikamente – in den nächsten Jahren unterdurchschnittlich ansteigen.

Dreijährliche Preisüberprüfung

Mit den Preisüberprüfungsrunden leisten die forschenden Pharmafirmen einen gewichtigen Beitrag an die Kostendämpfung und zur nachhaltigen Finanzierung des Gesundheitswesens. So konnte in den 2017/2018 über 300 Millionen Schweizer Franken eingespart werden. Damit ist die Pharmaindustrie der einzige Akteur, der regelmässig und institutionalisiert zu Einsparungen im Gesundheitswesen beiträgt. Die immer wieder auftauchenden Behauptungen, dass die Medikamente für den Anstieg der Gesundheitskosten hauptverantwortlich sind, können gemäss den vorhandenen Zahlen von der KOF und dem Bundesamt für Statistik nicht bestätigt werden.

Die Ausgaben für #Gesundheitsgüter – und damit der #Medikamente – wachsen gemäss der Konjunkturforschungsstelle KOF in den kommenden Jahren unterdurchschnittlich. http://bit.ly/2FlLIFy #iph
Prognose Gesundheitskosten KOF, indexiert 2016 =100
Prognose Gesundheitskosten KOF, indexiert 2016 =100

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