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28. Juni 2019

"Es ist erfüllend, Teil einer solch dynamischen Industrie zu sein"

Yolanda Alagon, Managing Director von Janssen in der Schweiz und Österreich und seit diesem Jahr auch Board-Mitglied von Interpharma, spricht im Interview über ihre Faszination für die Pharma-Branche und darüber, warum Pharmaforschung wichtig ist.

Sie arbeiten nun bereits seit über 20 Jahren in der Pharma-Branche. Was macht die Faszination aus?
Yolanda Alagon: Ich finde es enorm erfüllend, Teil einer solch dynamischen Industrie zu sein, welche durch Forschung und Entwicklung von wirksamen Medikamenten dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Patienten zu verbessern. Ich bin überzeugt, dass wir auch in Zukunft noch viele wegweisende Innovationen zu den Patienten bringen können.

Warum ist Pharmaforschung wichtig?
Pharmaforschung trägt dazu bei, dass Krankheiten geheilt oder wenigstens in ihrer Entwicklung gebremst werden können. Trotz der Erfolge der vergangenen Jahre, gibt es immer noch viele Krankheiten, die aktuell nicht geheilt werden können. Forschung ist daher auch weiterhin dringend nötig, da durch die alternde Weltbevölkerung der Bedarf an gesundheitlicher Versorgung steigt und zudem in vielen Teilen der Welt Millionen Menschen noch immer keinen Zugang zu Therapien haben. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden insbesondere chronische und alterstypische Krankheiten zunehmen. Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung leidet an einer chronischen Krankheit, wie Diabetes oder Bluthochdruck. Mit der zunehmenden Alterung werden auch die Krebserkrankungen zunehmen. Prognosen gehen davon aus, dass Krebs zur häufigsten Todesursache werden könnte. Entsprechend bleibt die Innovationskraft der Pharmaindustrie ein wichtiges Element, denn ohne Forschung gibt es auch keinen weiteren medizinischen Fortschritt.

Was ist der Nutzen von Forschung und Entwicklung? Für den Einzelnen und für die Gesellschaft?
Medikamente lindern Leid, verbessern die Lebensqualität und leisten einen wesentlichen Beitrag zur immer höheren Lebenserwartung. Dank innovativer Therapien, beispielsweise für psychische Erkrankungen, müssen Patienten oftmals nicht mehr über längere Zeit stationär behandelt werden. Sie können dadurch ihren Alltag selber bestreiten, sind zu Hause bei ihrer Familie und können auch rascher wieder ihrem Beruf nachgehen. Dies ist nicht nur gesellschaftspolitisch, sondern auch wirtschaftlich erstrebenswert. Denn neue Medikamente können so zu Kosteneinsparungen führen, indem sie beispielsweise das erwünschte Behandlungsergebnis effizienter erreichen und so die Dauer des Spitalaufenthalts oder der Pflegebedürftigkeit reduzieren.

Wieviel investiert die Pharmaindustrie in Forschung und Entwicklung?
Die Pharmaindustrie investiert im Vergleich mit anderen Branchen überdurchschnittlich viel. Praktisch ein Drittel aller privaten Ausgaben in der Schweiz für Forschung und Entwicklung entfallen auf die Pharma-Industrie. Ihr Anteil war damit fast drei Mal so hoch wie derjenige der Maschinen- und Metallindustrie. Oftmals reinvestieren Pharmaunternehmen bis zu einem Fünftel ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Welche Voraussetzungen braucht es für Forschung und Entwicklung?
Die Entwicklung neuer Medikamente ist zeitaufwendig und gleichzeitig teuer. Zudem tragen die Pharmafirmen ein Grossteil des Forschungsrisikos. Daher ist ein funktionierendes Patentsystem eine wichtige Voraussetzung, um die getätigten Investitionskosten zu schützen. Forschung ist ergebnisoffen und durch die hohe Ausfallwahrscheinlichkeit entsprechend finanziell riskant. Der Patentschutz stellt sicher, dass nach dem risikoreichen Forschungsprozess ein Wirkstoff für eine bestimmte Zeit geschützt ist und kommerziell exklusiv genutzt werden kann.
Die Schweiz ist als exzellenter Forschungs- und Pharmastandort in aller Welt bekannt. Welche Bedeutung hat für Sie als Vertreterin eines weltweit tätigen Unternehmens der Standort Schweiz?
Das Nebeneinander von multinationalen Konzernen und kleineren Pharmafirmen sowie die Nähe zu anerkannten Bildungs- und Forschungsinstitutionen bieten ein ideales Klima für Innovation und Forschung. Zudem finden wir  in der Schweiz einen grossen Pool an Fachkräften aus dem Life-Science-Bereich, wirtschaftliche Offenheit und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Die erwähnten Rahmenbedingungen sind für uns zentral und zu diesen gilt es auch in Zukunft sorge zu tragen.

Einige Angaben zur Person:
Yolanda Alagon ist seit September 2017 Managing Director von Janssen in der Schweiz und Österreich und seit diesem Jahr auch Board-Mitglied von Interpharma. Yolanda Alagon begann ihre Karriere 1996 bei Janssen in Spanien als Finanzanalystin und hat anschliessend Positionen mit zunehmender Verantwortung in den Bereichen Marktforschung, New Business Development, Marketing Services sowie Vertrieb und Marketing durchlaufen. Im Januar 2014 wurde sie als erste Frau zur Geschäftsführerin für einen der wichtigsten Cluster in Lateinamerika ernannt (Kolumbien, Peru und Ecuador).

Yolanda Alagon, Managing Director von Janssen in der Schweiz und Österreich und Board-Mitglied von Interpharma, spricht im Interview über die Bedeutung der #Pharmaforschung und darüber, wie wir von Forschung und Entwicklung profitieren. @Janssen_CH http://bit.ly/2IRa63Q #iph
Yolanda Alagon
Yolanda Alagon ist seit September 2017 Managing Director von Janssen in der Schweiz und Österreich und seit diesem Jahr auch Board-Mitglied von Interpharma.

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