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9. Juli 2019

Weniger Tierversuche im 2018

Gemäss den neuesten Zahlen vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (BLV) kamen 2018 weniger als 600'000 Versuchstiere zum Einsatz. Dies entspricht einem Rückgang um 4.6% gegenüber dem Vorjahr.

Im Jahr 2018 wurden in der Schweiz 586'643 Tiere für Versuchszwecke eingesetzt. Seit 1983 hat sich die Gesamtzahl der eingesetzten Tiere von nahezu zwei Millionen um über zwei Drittel reduziert. Mäuse sind dabei immer noch die meist verwendeten Tiere. Zusammen mit den Ratten decken sie beinahe 90% aller Versuchstiere ab. Rund 27% aller Versuchstiere wurden in der Industrie eingesetzt und 59% an Hochschulen und Spitälern. Gegenüber dem Vorjahr kamen in der Industrie im Jahr 2018 499 Tiere weniger zum Einsatz.

Unterschiedliche Schweregrade

Die Belastungen für die Versuchstiere sind in die vier Schweregrade 0 bis 3 eingeteilt. Bei Tierversuchen mit Schweregrad 0, beispielsweise im Zusammenhang mit der Fütterung oder Haltung, werden die Tiere nicht belastet. Umgekehrt gelten Tierversuche mit Schweregrad 3 als sehr belastend. Versuche mit Schweregrad 0 und 1 machten 2018 je rund ein Drittel aller Versuche aus. Tierversuche mit Schweregrad 2 entsprachen 26% aller Experimente und weniger als 3% der Tierversuche wurden dem Schweregrad 3 zugeteilt. Im Jahr 2018 gab es beim Schweregrad 3 im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Rückgang (-7.2%). Insbesondere in der Industrie haben die Tierversuche mit Schweregrad 3 um 16.5% abgenommen.

Ablehnung von Forschungseinschränkungen

Tierversuche sind nach wie vor unerlässlich und in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben, um sichere Arzneimittel und neue Therapien gegen schwere und noch unheilbare Krankheiten wie Krebs oder psychische Erkrankungen für Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Besonders im Bereich hochkomplexer Krankheiten des Nervensystems oder der körpereigenen Abwehr ist es unverzichtbar, dass Vorgänge sowohl am gesunden, als auch am kranken Gesamtorganismus untersucht werden können.

Die Schweiz verfügt über eine der strengsten Tierschutz-Gesetzgebungen, die immer eine Güterabwägung erfordert. Ein Verbot von Tierversuchen, wie es die parlamentarische Initiative 18.491 von Maya Graf oder auch die Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot» vorsieht, ist kontraproduktiv und hätte schwerwiegende Folgen für den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz. Deswegen lehnt Interpharma Forschungsverbote ab. Vielmehr verpflichtet sich die Pharmaindustrie, die Forschung immer nach den 3R-Prinzipien (Replace, Reduce, Refine) durchzuführen und Tierversuche damit auf das absolute Minimum zu reduzieren.

Im 2018 haben sich die #Tierversuche in der Schweiz um 4.6% reduziert. Die #Pharmaindustrie fördert seit Jahren die Forschung nach #3R. http://bit.ly/2NRqANQ #iph
Tierversuche nach 3R
Tierversuche nach 3R

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