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20. August 2019

Grosse und kleine Unternehmen machen den Aargau stark

Der Aargau gehört zu den attraktivsten Standorten der Schweiz. Weshalb das so ist und inwiefern die Rahmenbedingungen eine Rolle dabei spielen, wurde gestern Abend im Kultur & Kongresshaus in Aarau an einer Abendveranstaltung diskutiert.

Die Pharmaindustrie – insbesondere die beiden Firmen Novartis und Roche – hat schon seit langer Zeit wichtige und grosse Produktionsanlagen im Fricktal und investiert auch weiterhin stark in den Kanton Aargau. Der Aargau besteht jedoch nur etwa aus hundert grossen Unternehmen. 99.8 Prozent sind kleine und mittlere Unternehmen mit durchschnittlich 7 Vollzeitbeschäftigten. Damit sich sowohl lokale Kleinbetriebe als auch globale Grosskonzerne für einen Standort interessieren, sind günstige Rahmenbedingungen zentral.

Bilaterale Verträge für die Exportindustrie zentral

Matthias Leuenberger, Länderpräsident Novartis Schweiz, zeigte auf, dass ein exportorientiertes Unternehmen wie Novartis, nur einen kleinen Anteil des Umsatzes (weniger als 2%) in der Schweiz erzielt, jedoch einen grossen Teil der Steuern in der Schweiz bezahlen und auch beinahe 40% ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung hier tätigen. In Stein ist zurzeit eine neue Produktionsanlage im Bau, die über 450 neue Arbeitsplätze schaffen wird. Solche Investitionen in den Standort sind nur dann möglich, wenn die passenden Rahmenbedingungen vorhanden sind. Doch welche Rahmenbedingungen braucht es? Neben der Planungssicherheit, einem wettbewerbsfähigen Steuersystem und einem innovationsfreundlichen Gesundheitswesen spielen insbesondere die bilateralen Verträge mit der EU eine wichtige Rolle. Mit 38% aller Schweizerischen Exporte ist die Pharmaindustrie die Exportindustrie der Nation. Deshalb ist der Zugang zum europäischen Markt, in den rund die Hälfte der Exporte gehen, essenziell. Auch Jürg Erismann, Leiter Roche Standorte Basel und Kaiseraugst, wies auf die Relevanz der Bilateralen hin. «Wir sind darauf angewiesen, ohne grosse Bürokratie genügend gut ausgebildete Fachkräfte zu rekrutieren. Ohne Bilaterale wäre das nicht möglich».

Offenheit als Voraussetzung für einen erfolgreichen Standort

Nicht nur die wirtschaftliche Offenheit spielt eine wichtige Rolle für einen erfolgreichen Standort, sondern auch die Offenheit für Neues. Urs Hofmann, Landammann und Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau, bestätigte, dass ein Kanton nur dank der Offenheit wettbewerbsfähig und innovativ sein kann. Dieser Aussage stimmte sowohl Frau Renold, Präsidentin Fachhochschulrat FHNW und Leiterin Forschungsbereich Bildungssysteme, KOF Konjukturforschungsstelle ETH Zürich, als auch Marianne Wildi, Präsidentin der AIHK zu. «Unternehmertum ohne Offenheit funktioniert nicht. Die Isolation ist keine Lösung», so Marianne Wildi. Nik Keel, CEO TB-Safety wies darauf hin, dass für ein KMU eine offene Wirtschaft wichtig ist. Nicht zuletzt kann auch er dadurch problemlos in die EU exportieren, ausländische Kooperationen eingehen und von Forschungsgeldern profitieren. Dabei stellte er fest, dass die Rahmenbedingungen für Gross und Klein praktisch identisch sind.

Spannende Veranstaltung mit hochkarätigen Gästen

Die Abendveranstaltung in Aarau wurde gemeinsam von der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK), stark+vernetzt und Interpharma organisiert. Vertreter aus Industrie, Gewerbe, Wissenschaft und Politik diskutierten mit den Gästen die notwendigen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Standort und das Zusammenspiel zwischen grossen und kleinen Unternehmen. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Rückblick zum Pilotprojekt «Start up Kids». Mit über 100 Teilnehmenden war der öffentliche Anlass im Kultur & Kongresshaus in Aarau gut besucht.

Wirtschaftliche #Offenheit ist die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen #Standort. So lautete die #Devise der gestrigen Abendveranstaltung von der #AIHK, @interpharma_ch und @starkvernetzt. http://bit.ly/31Nl6G8 #iph
Dr. Matthias Leuenberger, Länderpräsident Novartis Schweiz, referierte zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Pharmaindustrie im Kanton Aargau.
Dr. Matthias Leuenberger, Länderpräsident Novartis Schweiz, referierte zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Pharmaindustrie im Kanton Aargau.

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