Themen

19. November 2019

Hohe indirekte Kosten von Demenz

Gemäss einer neuen Studie im Auftrag der Schweizerischen Alzheimervereinigung führen Demenzkrankheiten zu jährlichen Kosten von rund 12 Milliarden Franken. Ein Grossteil davon entfällt auf die Betreuung und Pflege.

In der Schweiz leben gemäss einer neuen Schätzung der Schweizerischen Alzheimervereinigung rund 155 000 Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz, wobei nur knapp die Hälfte dieser Fälle diagnostiziert wird. Jährlich erkranken beinahe 30 000 Personen an der Krankheit – mehrheitlich Frauen. Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen nimmt mit steigendem Alter zu. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden bis 2040 voraussichtlich 300 000 Menschen an Demenz erkranken. Heute leiden rund 9 Prozent der über 65-Jährigen an der Krankheit.

Hohe indirekte Kosten

Alzheimer ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der langsam, aber stetig fortschreitend Nervenzellen absterben. Eine Studie im Auftrag der Schweizerischen Alzheimervereinigung zeigt, dass Demenzkrankheiten zu jährlichen Kosten von insgesamt 11.8 Milliarden Schweizer Franken führen, wobei mehr als 90 Prozent dieser Kosten in der Pflege und Betreuung anfallen. Die direkten Kosten machen dabei etwa die Hälfte der Gesamtkosten und somit 6.3 Milliarden Franken aus. Dazu zählen Spital- oder Heimaufenthalte, Spitex, Diagnostik, Arztbesuche sowie Medikamente. Von den Demenzbetroffenen leben jedoch nur etwa 40 Prozent in Heimen. Der Rest der Patienten wird zu Hause durch Angehörige oder Freunde gepflegt, was zu indirekten Kosten von rund 5.5 Milliarden Franken führt. Während der durchschnittlichen Lebenserwartung von sieben Jahren nach einer Alzheimerdiagnose erbringen Angehörige Betreuungs- und Pflegeleistungen im Wert von bis zu 38.5 Milliarden Franken.

Nationale Demenzstrategie 2014-2019

Im November 2013 haben Bund und Kantone die Nationale Demenzstrategie 2014 – 2017 verabschiedet, die durch mehrere parlamentarische Vorstösse gefordert worden war und die bis 2019 verlängert wurde. Ziel dieser Strategie ist unter anderem die Förderung von bedarfsgerechten Angeboten für Demenzbetroffene, die Sicherstellung von Versorgungsqualität und Fachkompetenz sowie eine bessere Versorgungsplanung. Forschungsanreize für die Entwicklung neuer Therapien, die entscheidend sein können, um die individuelle und soziale Krankheitslast von Demenz zu mindern, sind indes nicht vorgesehen. Im Oktober 2019 hat der Bund entschieden, dass die nationale Strategie in eine Nationale Plattform Demenz überführt wird.

Rund die Hälfte der #Demenzkosten entfallen auf die #Pflege und Betreuung durch Angehörige. http://bit.ly/35gpHlQ #iph
Die indirekten Kosten von Demenzerkrankungen machen rund die Hälfte aus.

Weitere Themen