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11. Februar 2020

Nein zur Kündigungsinitiative

Als Verband der forschenden Pharmaunternehmen der Schweiz lehnt Interpharma die "Kündigungsinitiative" mit Nachdruck ab.

Entscheidet sich das Schweizer Stimmvolk am 17. Mai 2020 für die Annahme der radikalen «Kündigungsinitiative», würde dies das Ende der Personenfreizügigkeit mit den EU-/EFTA-Ländern sein. Dies bedeutet massive Einbussen für den Innovationsstandort Schweiz – ihre Wirtschaft und die hier ansässige Forschung. Aus diesen Gründen lehnt Interpharma als Verband der forschenden Pharmaunternehmen der Schweiz die Initiative mit Nachdruck ab. 

Nein zur Abschaffung der Personenfreizügigkeit - Für den Zugang zu Fachkräften

In der Schweizer Pharmaindustrie arbeiten über 45’000 Erwerbstätige, darunter viele Hochqualifizierte. In der Schweiz selbst ist das entsprechende Arbeitskräftepotential trotz einer gut ausgebildeten Bevölkerung viel zu klein. Die Unternehmen sind deshalb auf Fachkräfte u.a. aus dem EU-Raum angewiesen. Die Personenfreizügigkeit ermöglicht eine unbürokratische und rasche Rekrutierung von qualifizierten Fachkräften aus der EU. Eine wissensintensive Industrie ist darauf angewiesen, auch in Zukunft qualifizierte Fachleute aus dem Ausland anwerben zu können.

Nein zur verantwortungslosen Destabilisierung der Schweizer Wirtschaft – Für die Sicherung des Wohlstands dank den «Bilateralen»

Die Bilateralen sind ein wichtiges wirtschaftliches Fundament, auf das sich der Wohlstand der Schweiz begründet. Dank Personenfreizügigkeit, Marktzugang und dem Abbau von Handelshemmnissen profitieren heute Industrie und Gesellschaft von einer dynamischen, forschungsorientierten und zukunftsweisenden Wirtschaft. Diese auf Jahre zu gewährleisten liegt im Interesse auch von Interpharma, deren Mitglieder von den Rahmenbedingungen, welche die Bilateralen geschaffen haben, nachhaltig profitiert haben.
2019 exportierte die Schweizer Industrie Produkte im Wert von 121 Milliarden Franken in die EU. Mit Ausfuhren von 90 Milliarden Franken exportiert die forschende Pharmaindustrie über 20-mal so viel, wie sie in der Schweiz Umsatz erzielt. Die Pharmabranche und deren Wertschöpfungskette sind deshalb auf den freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt angewiesen. Auch die Abkommen über die technischen Handelshemmnisse und die Personenfreizügigkeit sind für die Schweizer Pharmaindustrie entscheidend. Allein die Konformitätsanerkennung für Pharmaprodukte verhindert Mehrkosten von jährlich 150 bis 300 Millionen Franken.

Nein zum forschungsfeindlichen Alleingang – Innovationsstandort der Gegenwart und Zukunft

Für die forschende Pharmaindustrie ist ein starker Forschungsstandort Schweiz zentral. Der wissenschaftliche Austausch mit der EU ist von grosser Bedeutung. Zudem sind einige Schweizer Pharmaunternehmen direkt an Forschungsrahmenprogrammen (FRP) beteiligt. Mit der Kündigungsinitiative verliert die Schweiz das Forschungsabkommen mit der EU und damit den Zugang zu diesen milliardenschweren Programmen.

Die Kündigungsinitiative kann daher keine Lösung sein und kann zu einer wirtschaftlichen und politischen Isolation der Schweiz führen.
 

 

Die #Kündigungsinitiative würde zu einer wirtschaftlichen und politischen Isolation der Schweiz führen und bietet keine Alternative. Deshalb lehnt Interpharma diese ab. http://bit.ly/2UHimtv #iph
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