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14. Februar 2020

Forschung mit Tieren: Kontrolle statt Verbote

Im von Interpharma veröffentlichten Animal Welfare Report äussert sich Geschäftsführer René Buholzer zur Verantwortung der forschenden Pharmaindustrie im Bereich Tierschutz und zur #Forschungsverbotsinitiative.

Unsere gesellschaftliche Verpflichtung ist es, gegen die unzähligen schweren und komplexen Krankheiten wie zum Beispiel Krebs, Alzheimer, psychische Erkrankungen und Aids neue, lebensverbessernde oder wenn immer möglich heilende Arzneimittel zu entwickeln. Patientinnen und Patienten haben Anspruch auf die Sicherheit dieser Arzneimittel. Bevor ein neuer Wirkstoff in klinischen Studien an Menschen getestet werden darf, muss er in der präklinischen Phase einige Prüfungen bestehen, um die Sicherheit für den Menschen zu garantieren. Obwohl es der Forschergemeinde durch grossen Einsatz gelungen ist, viele Tierversuche durch alternative Methoden zu ersetzen, ist es bis heute unerlässlich, in einem beschränkten Masse Arzneimittel nach wie vor an Tieren zu testen.

Die Schweiz verfügt bereits heute über eines der strengsten Tierschutzgesetze, dennoch sind wir uns unserer Verantwortung im Bereich Tierschutz sehr bewusst. Basierend auf der im Jahr 2010 geschaffenen Zehnpunktecharta sind wir bestrebt, die hohen Standards bei Tierversuchen durch konkrete Projekte laufend weiterzuentwickeln und nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit zu implementieren. Im Zentrum aller Aktivitäten stehen dabei die 3R: Tierversuche sollen möglichst aussagekräftig sein und gleichzeitig schonend gestaltet werden (Refine), ihre Zahl soll auf das absolut Notwendige beschränkt werden (Reduce) und Ersatzmethoden sollen entwickelt, gefördert und wo immer möglich angewendet werden (Replace). Der vorliegende Bericht rapportiert bereits zum neunten Mal über die Bemühungen im Rahmen der Tierschutz-Charta.

Initiativen, die ein Verbot oder Teilverbot von Tierversuchen verlangen, fügen dem Forschungs- und Denkplatz Schweiz hingegen einen erheblichen Schaden zu. Denn gerade die rohstoffarme Schweiz hängt stark von Forschung und Innovation ab. Im Bewusstsein, dass Tierversuche für den medizinischen Fortschritt nach wie vor unerlässlich sind und grosser Forschungsbedarf besteht, setzt sich Interpharma gegen solche Verbote ein und stellt die Förderung der 3R in den Vordergrund. Aus diesem Grund empfehlen wir den Stimmberechtigten, Forschungsverbote an der Urne wie bisher abzulehnen und den Grundsatz «Kontrolle statt Verbote» weiterhin zu unterstützen.

http://bit.ly/2OTDSYB #iph
Animal Welfare Report

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